Impulsvortrag zum Projektauftakt am 6. August

PARTIZIPATION RULES¡? Partizipation als sozial-künstlerischer Zustand und Regelsystem

Christoph Scheurle

In meinem Input beleuchte ich den Begriff der Partizipation aus zwei Perspektiven: Einerseits Partizipation und in Anlehnung an den Philosophen Volker Gerhard als gesellschaftliche Realität, andererseits und auf diesem Gedanken aufbauend als offenes und dynamisches Regelsystem. Will man sich nicht mit einem nur emphatischen und etwas naiven Partizipationsbegriff begnügen, der davon ausgeht, dass Teilhabe an sich gut und wünschenswert ist, erfordert die Arbeit mit und an partizipativen Ansätzen die permanente kritische Reflexion und Revision der vorherrschenden Vorstellung.

Für den Bereich der Künste und dann noch mal besonders ausgeprägt in der Vermittlungsarbeit scheint mir die Frage zu sein, welche Vorstellung von Partizipation jeweils am Werke ist und wie sich Partizipation dann auf angemessene Art realisieren lässt. Dies erfordert von Künstler:innen und Vermittler:innen im besonderem Maß die Fähigkeit Regeln aufzustellen, sich auf bestimmte Regelsysteme einzulassen und im Verlauf der künstlerischen Arbeit permanent zu reflektieren und ggf. zu modifizieren.

 

Christoph Scheurle, Dr. phil, ist Professor für Kulturwissenschaften an der FH-Dortmund und leitet dort mit Norma Köhler das Profilstudium »TaSK – Theater als Soziale Kunst«. Er arbeitet als Schauspieler, Theaterpädagoge und Dramaturg und forscht zum Verhältnis von Theater, Politik und Me- dien sowie zu Fragen kultureller und ästhetischer Bildung.

 

Foto: Johanna Lippmann

gefördert von

Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und LAG Soziokultur aus Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

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